Lerne Fabio kennen und erfahre, wie er zum Thema Arbeitnehmer­­­überlassung steht. Wir haben ihn im gemeinsamen Gespräch nach seinen Erlebnissen gefragt und um ungeschönte Antworten gebeten!

Frank (Gla-Wa): Wie ist dein Name und wie alt bist du?

Fabio (BIW): Ich bin Fabio und jetzt 27 Jahre alt.

Frank: Wie lautet deine Berufsbezeichnung?

Fabio: Ich bin Fachkraft für Lagerlogistik. Das habe ich gelernt.

Frank: Seit wann bist du bei BIW und was hast du vorher gemacht?

Fabio: Bei BIW bin ich seit November 2011. Fest angestellt seit Januar 2013. Ich war vorher über die Firma Gla-Wa hier tätig. Davor habe ich eine Ausbildung gemacht, als Fachkraft für Lager und Logistik. Nach den drei Jahren war ich dann noch etwa drei Monate in der Firma tätig, in der ich meine Ausbildung gemacht habe.

Frank: Wie bist du auf BIW aufmerksam geworden beziehungsweise an den Job gekommen?

Fabio: Über die Firma Gla-Wa.

Frank: Hattest du damals Bedenken, für ein Zeitarbeitsunternehmen zu arbeiten und wenn ja haben sich diese bestätigt?

Fabio: Nein, eigentlich gar nicht! In meiner Ausbildung wurde mir viel versprochen, was am Ende nicht eingehalten wurde. Da habe ich in einem Zeitungsartikel gesehen, dass die Zeitarbeitsfirma Gla-Wa Mitarbeiter sucht. Da habe ich einfach mal angerufen und bin eingeladen worden. Mir wurden damals zwei Stellen angeboten. Einmal eine sichere Stelle hier bei der Firma BIW, einmal eine Stelle, wo nicht klar war, ob die überhaupt übernehmen. Halt eine unsichere Stelle. Ja, und dann habe ich zwei Tage zur Probe gearbeitet. Danach habe bei meinem alten Arbeitgeber gekündigt. Seitdem bin ich hier.

Frank: Hat sich deine Meinung in Bezug auf Zeitarbeit seit damals verändert?

Fabio: Persönlich bin ich positiv überrascht! Das Problem sind einfach die Leute, die immer Schlechtes erzählen und Dinge behaupten, die so nicht richtig sind. Ich meine zum Beispiel Aussagen wie: „Wir bekommen im Monat 20 Stunden abgezogen“. Das ist falsch. Die Stunden sind ja auf dem Zeitkonto, die sind ja nicht weg. Irgendwann bekommt man sie wieder ausgezahlt oder man nimmt sich frei. Das Problem ist einfach, dass irgendein Kollege der Meinung ist, wie ich es als Beispiel genannt habe, „20 Stunden sind weg“. Der Eine erzählt das dann falsch weiter und dann ist es eine Kettenreaktion. Der Nächste erzählt das schon wieder weiter und so weiter und so fort. Aber am Ende stimmt das alles gar nicht. Aber so entsteht ein schlechtes Bild der Zeitarbeitsfirmen durch vereinzelte Leute, die schlecht informiert sind und sich dann auch noch ungerecht behandelt fühlen. Es ist bestimmt nicht alles positiv. Man verdient ein bisschen weniger, denn die Firma Gla-Wa muss ja auch irgendwo verdienen. Aber ohne deren Kontakte wäre ich heute nicht hier…

Frank: Welchen Tipp würdest du denn Mensch mit auf den Weg geben, die sich unsicher beim Thema Zeitarbeit sind, beziehungsweise sich vielleicht in einer ähnlichen Situation, wie du damals, befinden?

Fabio: Ideal ist es, bei Unklarheiten einfach immer seinen Ansprechpartner zu fragen. Das ist ja eigentlich ganz einfach gemacht. Ich hatte damals die Ansprechpartnerin Frau Will, jetzt Frau Schwister. Wenn ich mal eine Frage hatte, hat sie mir diese immer einfach beantwortet, so dass es verständlich war. Aber man muss eben auch mit den Leuten sprechen, denn wenn man nicht miteinander spricht, entstehen schnell mal Missverständnisse.

Frank: Wie war deine Zeit bei der Gla-Wa, hast du dich als Mitarbeiter dort wohl gefühlt?

Fabio: Um ehrlich zu sein, habe ich nicht viel von der Gla-Wa mitbekommen. Ich habe mich schnell als Mitarbeiter von BIW gefühlt. Ja klar, es kam immer mal jemand im Betrieb vorbei, hat z.B. mal einen Berliner mitgebracht oder irgendeine andere nette Geste. Ich habe mein Geld immer pünktlich bekommen. Es war ein gutes Verhältnis. Ich habe einfach das gemacht, was sie von mir wollten und was vertraglich vereinbart war, genauso wie Gla-Wa sich immer an den Vertrag gehalten hat.

Frank: Würdest du denn aus heutiger Sicht wieder alles genauso machen?

Fabio: Ja, klar! Das Problem ist ja ganz einfach, dass man in solche Firmen, wie BIW oder anderen größeren Firmen, ich komme ja vom Kleinbetrieb, nicht so einfach reinkommt. Meistens kommt man über eine Leihfirma rein. Diesen Weg würde ich wieder gehen.

Frank: Was sind deine täglichen Aufgaben bei BIW? Was macht an deinem Job am meisten Spaß?

Fabio: Also, ich bin seit gut sieben Jahren im Versand tätig. Ich war für die Verladung und den Warenein- und Warenausgang zuständig. Jetzt nur noch Warenausgang. Wir haben LKW beladen, beschriftet, Lieferscheine kontrolliert und so weiter und so fort. Ob es das Beladen war oder das Beschriften, ich hatte immer Spaß an der Arbeit. Seit 2 Monaten arbeite ich im Versandbüro. Ich kann noch nicht sagen, was mir am meisten Spaß macht, denn ich lerne jetzt gerade erst einmal viel Neues und habe nun auch mehr Verantwortung.

Frank: Und wodurch unterscheidet sich BIW von anderen Unternehmen?

Fabio: Gute Frage! Ich bin indirekt in zwei Unternehmen gewesen. Meine Ausbildungsstätte und die Firma BIW, davon 13 Monate über Gla-Wa. Das eine war ein Kleinbetrieb und jetzt arbeite ich in einem großen Unternehmen. Dazwischen liegen Welten. Also von der Denkweise und den finanziellen Möglichkeiten. Hier haben wir vernünftige Ameisen, gute Arbeits- und Hilfsmittel. Das hatte ich vorher nicht. In meinem alten Betrieb hatte ich diese Arbeitsbedingungen nicht, wir hatten da z. B. einen kaputten Stapler. Ja, wirklich. Aber es war einfach eine kleine Firma, das heißt nicht immer was, aber die hat nicht so in die Technik investiert, im Gegensatz zu BIW.

Nicole Glania (Gla-Wa): Was glauben Sie, war der Grund für BIW zu sagen, wir geben dem Herrn M. die Möglichkeit bei uns fest anzufangen?

Fabio: Ich habe meine Arbeit immer so gut wie möglich gemacht und war immer zuverlässig dabei. Ich habe viele Verbesserungsvorschläge eingebracht und versucht, vieles zu optimieren oder neue Möglichkeiten und Wege zu finden. Ich denke mal, das hat meinen Vorgesetzten und die Firma BIW überzeugt.

Nicole Glania: Absolut! Das kann ich nur bestätigen. Sie sind auch nach wie vor bei uns in der Niederlassung ein geschätzter Mensch. Man erinnert sich total gerne an Sie, weil Sie einfach hierhergekommen sind und Ihren Job gut gemacht haben. Es war nie so, dass man sich hätte Sorgen machen müssen, wie „Geht Herr M. morgen arbeiten oder nicht?“ Ganz im Gegenteil, zu 100% vorbildlich. Das trifft leider nicht immer auf alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu. Das ist vielleicht auch ein Grund für das schlechte Image der Zeitarbeit, denn wenn jemand im Monat drei, vier Mal zu spät oder gar nicht kommt und dadurch seine Arbeit verliert, der wird sicherlich nicht draußen herumlaufen und sagen, die Gla-Wa hat mich rausgeschmissen, weil ich der unzuverlässigste Mitarbeiter des Monats war. Der wird sagen, „die miese Zeitarbeitsfirma, ich weiß auch nicht warum die mich rausgeschmissen haben“. Das ist immer so ein Mischmasch von dem, was gerne mal nicht erzählt wird. Man kann durch gute Leistung, durch Einsatzbereitschaft und natürlich auch einen entsprechenden Betrieb, der einem die Möglichkeit geben kann, viel erreichen. BIW ist in dieser Hinsicht sicherlich ein Vorzeigeunternehmen. Wenn ich sehe, wie sich der Standort Ennepetal in den letzten 20 Jahren entwickelt hat, das ist unfassbar. Das heißt, man braucht auch eine Unternehmensführung, die Fantasie hat und innovativ denkt. Das gehört ja alles dazu. Aber natürlich hat jeder einzelne Mitarbeiter auch seine Rolle zu erfüllen, an der Stelle, an der er eingesetzt wird. Das haben Sie nun mal einfach unter Beweis gestellt.

Fabio: Chance genutzt und Gas gegeben!

Nicole Glania: Gibt es noch irgendwas, das Ihnen besonders wichtig ist, dass Sie auch mal öffentlich sagen möchten? Über Ihren Arbeitsalltag, BIW oder uns als Firma oder die Zeitarbeit generell?

Fabio: Ich bin damals gerade frisch aus der Ausbildung raus, mit kaum Berufserfahrung. Dann habe ich die Chance bekommen, hier anzufangen. Eigentlich habe ich nur Gutes zu erzählen. Wir haben hier sehr viele Kollegen, die über die Zeitarbeit angefangen haben und auch geblieben sind. Nicht okay finde ich es, Dinge zu erzählen, die einfach nicht stimmen und dadurch vielleicht andere abschrecken, für eine Zeitarbeitsfirma zu arbeiten.

Frank: Vielen Dank für Deine Zeit!

Bilder von Fabio und seinem Arbeitsplatz!