Lerne Manuel kennen und erfahre, wie er zum Thema Arbeitnehmer­­­überlassung steht. Wir haben ihn im gemeinsamen Gespräch nach seinen Erlebnissen gefragt und um ungeschönte Antworten gebeten!

Frank (Gla-Wa): Wie ist dein Name und wie alt bist du?

Manuel (BIW): Manuel und jetzt bin ich 46.

Frank: Wie lautet deine Berufsbezeichnung?

Manuel: Produktionshelfer. Eine spezielle Bezeichnung für die Abteilung, in der ich bin, gibt es nicht.

Frank: Seit wann bist du bei BIW und was hast du vorher gemacht?

Manuel: Seit Anfang Juli 2018 bin ich bei BIW. Davor war ich fast neun Jahre über die Gla-Wa hier.

Nicole Glania (Gla-Wa): Die Frage, die sich jedem ja sofort aufdrängt: Warum war der Mann neun Jahre bei einer Zeitarbeitsfirma und wieso ist er nicht viel früher übernommen worden?

Manuel: Da gab es mehrere Gründe. Ein Grund war das Finanzielle. Das hat vorher nicht so hingehauen, wie ich mir das vorgestellt habe. Jetzt passt es aber.

Nicole Glania: Kam bei Ihnen nicht erschwerend hinzu, dass Sie nicht motorisiert waren? Sie nahmen ja unseren kostenlosen Fahrdienst in Anspruch, da das Unternehmen mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur bedingt erreichbar ist?

Manuel: Ja. Das war auch ein Grund. Ich konnte zwar auch vorher schon hin und wieder mit einem Arbeitskollegen fahren, das musste dann aber immer mit den Schichten passen. Und ich hatte ja mittlerweile auch einen unbefristeten Arbeitsvertrag, bekam Urlaubs- und Weihnachtsgeld und habe mich bei Ihnen wohl gefühlt. Bitte an alle da draußen: Als Helfer wird man in der Zeitarbeit nicht reich, aber ich bin immer mit meinem Lohn zurechtgekommen. Es kann auch echt nicht sein, dass manche, die arbeiten könnten, lieber arbeitslos sind und Leistungen kassieren.

Frank: Wie bist du auf BIW aufmerksam geworden beziehungsweise an deinen Job gekommen?

Manuel: Ich habe bei Gla-Wa angefangen und bin direkt bei BIW gestartet.

Frank: Hattest du damals Bedenken für ein Zeitarbeitsunternehmen zu arbeiten und wenn ja, haben sich diese bestätigt?

Manuel: Bedenken eigentlich nicht, denn ich war bis jetzt größtenteils nur bei Zeitarbeitsfirmen. Woanders reinzukommen, ohne Verbindungen zum Unternehmen zu haben, ist sehr schwierig. Leider war ich vorher in Firmen, die nicht übernehmen wollten.

Nicole Glania: Haben Sie eine abgeschlossene Berufsausbildung?

Manuel: Nein. Ich habe davor als Maurer gearbeitet, bin aber nicht schwindelfrei.

Frank: Hat sich deine Meinung in Bezug auf Zeitarbeit seit damals verändert?

Manuel: Eigentlich nicht. Es gibt halt schwarze Schafe bei den Zeitarbeitsfirmen. Aber es sind nicht alle so. Es gibt halt gute und schlechte Zeitarbeitsfirmen.

Frank: Welche Tipps würdest du den Menschen mit auf den Weg geben, die sich unsicher beim Thema Zeitarbeit sind oder sich in einer ähnlichen Situation befinden wie du damals?

Manuel: Das Beste ist, es einfach zu probieren. Sollte es Probleme geben, sofort ansprechen.

Frank: Wie war deine Zeit bei der Gla-Wa, hast du dich dort als Mitarbeiter wohl gefühlt?

Manuel: Ich kam mit allen Mitarbeitern gut zurecht! Egal welche Mitarbeiter das bei der Gla-Wa waren. Ich habe keine Probleme gehabt. Über die Gla-Wa habe ich auch meine jetzige Frau kennengelernt und wir haben eine süße Tochter bekommen. Meine damalige Ansprechpartnerin von Ihnen kam sogar zur standesamtlichen Trauung.

Nicole Glania: Und ich erinnere mich an gemeinsame Fußball-Nachmittage zur Weltmeisterschaft…

Manuel: Ja, genau. Noch in der ersten Niederlassung.

Frank: Würdest du dich aus heutiger Sicht wieder bei Gla-Wa bewerben beziehungsweise alles genauso machen?

Manuel: Würde ich; wenn es mir dort nicht gefallen hätte, wäre ich ja nicht so lange geblieben.

Frank: Was gehört zu Deinen Tätigkeiten?

Manuel: Ich stelle aus den einzelnen Komponenten, Farben und Härtungsmitteln die Mischungen zur Weiterverarbeitung für die Extruder her. Dabei arbeite ich hauptsächlich an der Walze oder an der ZTM. Je nachdem, wo ich gebraucht werde.

Nicole Glania: Was gefällt Ihnen denn hier bei BIW?

Manuel: Eigentlich die Kollegen! Ich komme gut klar in meiner Abteilung. Gerade mit den Leuten von meiner Schicht. Ein bunter Mix der Nationalitäten. Wir machen viele Späße. Das muss auch so sein, die Arbeit ist körperlich echt anstrengend.

Nicole Glania: Ich treffe häufig die Geschäftsleitung im Betrieb. Ist das Zufall?

Manuel: Nein, nein! Der eine ist meistens sogar bis 22:00 Uhr da, teilweise auch länger.

Frank: Was müssen Bewerber mitbringen, um in deinem Bereich erfolgreich zu sein?

Manuel: Motivation, Arbeitswillen und ein bisschen Schnelligkeit.

Frank: Also von nichts kommt nichts?

Nicole Glania: Ja! Das ist es, was wir heute mitgenommen haben. Die Quintessenz, auch aus den Gesprächen mit den anderen. Herr B. hat eben auch beschrieben, dass einem im Leben nicht immer alles zugeflogen kommt, sondern man eben auch was dafür tun muss. Egal, in welcher Position.

Manuel: Genau, das ist auch so! Wenn du länger hierbleiben oder übernommen werden willst, musst du dafür auch etwas leisten. Das beste Beispiel dafür ist ein ehemaliger Kollege. Er hat sich bei der Leihfirma gut gemacht. Als er dann übernommen wurde, war nur noch Larifari. Trotz mehrerer Gespräche hat sich sein Verhalten nicht geändert und am Ende musste er gehen. Tja, jeder ist seines Glückes Schmied.

Frank: Klasse. Vielen Dank für das Gespräch!

Bilder von Manuel und seinem Arbeitsplatz!